INSPIRE-Identifizierung von Landkreisdaten

In verschiedensten Behörden, Verwaltungen sowie in der Wirtschaft und Wissenschaft werden Geodaten (Daten mit räumlichem Bezug) verarbeitet. Uneinheitliche Datenmodelle und Formate erschweren den Umgang mit Geoinformationen in der täglichen Arbeit. Mit Geodateninfrastrukturen (GDI) kann hier Abhilfe geschaffen und die Nutzung von Geodaten erleichtert werden.
Eine GDI ermöglicht den einfachen Zugriff auf verteilt vorliegende Daten. Sie vereinfacht und verbessert das Handeln auf Basis von räumlichen Angaben.

Die EU-Richtlinie INSPIRE hat als zentrales Ziel die Schaffung einer europäischen Geodateninfrastruktur, um den Austausch und die gemeinsame Nutzung (fach- und verwaltungsübergreifend) von Geoinformationen zu optimieren und diese öffentlich zugänglich zu machen, da sie bisher isoliert bei unterschiedlichen Institutionen in unterschiedlichen Verwaltungsebenen vorliegen.

Die INSPIRE-Richtlinie verpflichtet die datenhaltenden Stellen, ihre Geodaten über standardisierte Mechanismen (u.a. Netzdienste, Metadaten) verfügbar zu machen. Nicht jede Geoinformation ist per se INSPIRE-relevant.
Verwaltungen verfügen über sehr viele Geofachdaten. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung zu erkennen, welche Geofachdaten INSPIRE-relevant sind und warum.

Dazu gibt es verschiedene Prüfkriterien, die für jedes Fachthema entsprechend betrachtet werden müssen (siehe Prüfschema).
Die Prüfung der INSPIRE-Kriterien hat durch die GDI-Südhessen im Projekt „INSPIRE-Identifizierung kommunaler Daten“ in Zusammenarbeit mit den Fachebenen der Landkreise stattgefunden.

Besonders intensiv untersucht wurden die Kriterien „…werden von Ihrer Behörde erstellt, verwaltet, bereitgestellt oder aktualisiert“ und „fallen unter den öffentlichen Auftrag Ihrer Behörde“.
Die Details zur Vorgehensweise werden hier beschrieben.

Aus rund 122 untersuchten Geofachdaten wurden zum Stand 2015 letztlich 9 Geofachdaten aus Sicht der Projektgruppe als INSPIRE-relevant für Landkreise identifiziert. Diese waren:

Deponien, Geschützte Landschaftsbestandteile, Haltestellen, Kreisstraßen, Naturschutzgebiete kleiner 5 ha, Naturdenkmale (flächenhaft), Rettungswachen, Schuleinzugsbereiche, Schulstandorte

Die Ergebnisse stellten zum damaligen Zeitpunkt eine momentane Einschätzung dar und werden seitdem kontinuierlich angepasst. Eine Übersicht über die aktuellen Erkenntnisse erhalten Sie im Bereich Harmonisierte Fachthemen.

Die Untersuchungsergebnisse können dazu genutzt werden, die sich durch die INSPIRE-Richtlinie für Kommunen ergebenden Pflichten zu erkennen, um ein sinnvolles Handeln abzuleiten sowie einen Aufwand abzuschätzen.

Infolge der föderalen Strukturen in Deutschland dient das Projektergebnis nur den Landkreisen in Hessen als Interpretationshilfe. In anderen Bundesländern finden ähnliche Aktivitäten statt. Als Informationsquelle können die GDI-Koordinierungsstellen der Bundesländer genannt werden.

Das Ergebnis, das keine Rechtsverbindlichkeit beansprucht, stellt die Lesart der GDI-Südhessen dar und soll als mögliche Interpretationshilfe für Landkreise dienen.