Die Leitprojekte der GDI-Südhessen - Verkettung von Diensten

Im Rahmen des Projekts GDI-Südhessen (in den Jahren 2005 bis 2008 besaß die Arbeitsgemeinschaft lediglich Projektstatus) galt es, konkrete Leitprojekte zunächst zu identifizieren und anschließend umzusetzen. Diese Leitprojekte sollten typische kommunale Prozesse widerspiegeln, die unter Verwendung bestehender Dienste, Daten und Komponenten der GDI-Hessen umzusetzen waren.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu diesen Projekten. Im Zuge der Umsetzung der Leitprojekte konnten umfassende Erfahrungen gesammelt und Probleme hinsichtlich der Interoperabilität in Geodateninfrastrukturen identifiziert werden. Die Abschlussdokumentation fasst diese Erkenntnisse in Kurzform zusammen.

Einen großen Vorteil einer Geodateninfrastruktur kann man bereits daran erkennen, wie die Dienste innerhalb einer GDI einzeln angesprochen und genutzt werden können. Bei einer Vielzahl immer wiederkehrender Prozesse ist es jedoch sinnvoll, bestimmte Komponenten automatisiert nacheinander auszuführen. So können durch die Vermeidung einzelner, durch den Nutzer manuell nacheinander auszuführender Arbeitsschritte anwenderfreundliche GDI-Lösungen zur Verfügung gestellt werden. Dies ist immer dann die richtige Wahl, wenn Geodaten auch solchen Nutzern zur Verfügung gestellt werden sollen, die nicht über einschlägige GDI-Kenntnisse verfügen.

In den Leitprojekten wurde die sogenannte Prozesssteuerung umgesetzt, womit die automatische Verkettung verschiedener Dienste gemeint ist. Weitere synonyme Begriffe sind „Ablaufsteuerung“ und „Dienste-Orchestrierung“. Sinn und Zweck dabei ist es, mehrere GDI-Komponenten logisch miteinander zu verknüpfen, um daraus ein Plus an Funktionalität zu generieren.

Dazu benötigt man einen Prozessmotor, der nacheinander die jeweiligen Schnittstellen der Dienste bedient. Darunter ist ein Programm zu verstehen, das zuerst die Anfrage eines Nutzers entgegennimmt und anschließend mit den benötigten GDI-Komponenten kommuniziert. Dabei ergeben sich aus bereits erhaltenen Rückfragen zusätzliche Parameter, die dann zur Kommunikation mit weiteren Diensten benötigt werden. So ergibt sich eine Dienste-Kette.

Eine Dienste-Kette ist also eine Zusammenfassung aufeinander aufbauender oder voneinander abhängiger Prozesse.

Vorteile der Verkettung von Diensten:

Die Möglichkeit der Schaffung automatisierter Abläufe bietet eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber der separaten Nutzung der einzelnen Dienste:

  • Es wird ein hohes Maß an Anwenderfreundlichkeit erreicht.
  • Aufseiten der Nutzer ist kaum GDI-Fachwissen notwendig, da Nutzereingaben und Ergebnisse über eine intuitive Benutzeroberfläche gesteuert werden können.
  • Performante und schnelle Arbeitsprozesse sind realisierbar.
  • Die Aggregierung von Teilprozessen ermöglicht eine effiziente Bearbeitung alltäglicher Aufgaben.
  • Es ergibt sich ein größerer potenzieller Nutzerkreis für Geodaten in einer Geodateninfrastruktur.

Pflichtenhefte

Innerhalb der Leitprojekte der GDI-Südhessen traten ständig neue Schwierigkeiten beim Aufbau von Prozessketten auf: Seien es die Struktur einer Dienste-URL, die unterschiedlichen Gegebenheiten variierender Software, die Nutzung unterschiedlicher Koordinatenreferenzsysteme oder auch die rasante Weiterentwicklung vorhandener Standards und GDI-Komponenten - all diese Dinge mussten innerhalb der Fachgruppe „Technische Koordination“ ausführlich besprochen und gelöst werden.

Diese Lösungen mündeten in Standardisierungen, also in einheitliche Vorgaben für alle Kooperationspartner, welche über übergeordnete Standards hinausgehen. Ergebnis dieser Standardisierungen waren die ersten Pflichtenhefte der GDI-Südhessen, in welche alle Erfahrungen aus den Leitprojekten eingeflossen sind.